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Kaminfeger beeinflusst Wirkungsgrad!

Erstaunlich: Immer wieder gibt es Diskussionen, und Fragen ob der Kaminfeger überhaupt nötig sei oder was der schwarze Mann denn da überhaupt zu fegen habe? Der Kaminfeger reinigt die Heizflächen im Heizkessel von den Verbrennungsrückständen. 1mm Russablagerung erhöht die Abgastemperatur um über 50°C! Das bedeutet ohne Reinigung ist der Wirkungsgrad der Heizungsanlage viel schlechter. In der Regel reinigt der Kaminfeger Heizkessel und Kamin bei einer Anlage mit Warmwasseraufbereitung (Boiler wird mit Heizung aufgeheizt ) 2x im Jahr und bei Anlagen ohne Warmwasseraufbereitung ( Elektro Boiler ) 1x im Jahr.

Die Beratung des Kaminfegers ist aber unerlässlich. Auch die Art wie der Kaminfeger die Heizungsanlage reinigt gibt manchmal zu Diskussionen Anlass. Die beste Reinigung ist sicher die sogenannte Nassreinigung ( alkalische Reinigung ). Bei der Trockenreinigung können hartnäckige Verbrennungsrückstände bleiben und es entsteht auch mehr Staub während der Arbeit.

Kontrolle und Reinigung von Feuerungsanlagen

Vor über 400 Jahren entstand das Kaminfegerhandwerk. Über Jahrhunderte waren Feuer- und Brandschutz das Hauptziel des Kaminfegers. Mit seiner Arbeit half er, Brände zu verhüten. Es gibt wohl kaum einen Beruf, der im Volksmund tiefer verankert ist, als der des Kaminfegers. Gilt doch heute noch, Kaminfeger sind Glücksbringer.

Durch den Wandel in der Feuerungstechnik hat sich auch die Arbeit des Kaminfegers stark verändert. Mit seiner Arbeit hilft er, Brände zu verhüten, Energie zu sparen und damit die Umwelt zu schonen. Vor allem bei neuzeitlichen Öl- und Gasfeuerungen mit den erhöhten Betriebsstunden und ihren verwinkelten Heizflächen führt die mechanische, herkömmliche Reinigung zu ungenügenden Ergebnissen, so dass mit einer alkalischen Reinigung eine neuzeitliche Reinigungstechnik angewendet wird, die den veränderten Anforderungen gerecht wird.

Mit der regelmässigen Kontrolle und Reinigung von Feuerungsanlagen (Feuerungsaggregat, Verbindungsrohr und -kanal, Abgasleitung und Kamin) durch den Kaminfeger wird mit minimalem Unterhaltsaufwand

  • eine optimale Betriebssicherheit erreicht;
  • eine rationelle Energienutzung ermöglicht (höherer Nutzungsgrad, Energiesparen, reduzierte Heizkosten);
  • die Störungsanfälligkeit reduziert;
  • die Lebensdauer der Anlage verlängert;
  • ein aktiver Beitrag an den Umweltschutz geleistet.

 In der Regel werden Heizungsanlagen die das ganze Jahr in Betrieb sind, 2x jählich gereinigt, solche die das Brauchwarmwasser ( den Boiler ) im Sommer elektrisch erzeugen 1x jährlich. Der Kaminfeger soll Sie beraten, in welchem Turnus Ihre Anlage am besten gereinigt wird.

vor der Reinigung:

nach der Reinigung:

Es ist von Vorteil, sich beim Kaminfeger - vor Arbeitsvergabe - über die entstehenden Kosten zu erkundigen und beispielsweise eine Offerte einzuholen.

Nach den Arbeiten ist - da ein Anrecht auf eine detaillierte Auflistung der ausgeführten Kontroll- und Reinigungsarbeiten besteht - auch eine detaillierte Rechnung oder z. B. einen Arbeitsrapport zu verlangen.

Die Einhaltung des Reinigungsturnus ist nicht nur in Ihrem eigenen Interesse und zu Ihrer eigenen Sicherheit oder der Ihrer Mieter notwendig. Nicht oder nur schlecht gereinigte Feuerungsanlagen erzeugen durch eine ungenügende Verbrennung mehr Schadstoffe und führen dadurch zu einer zusätzlichen Umweltbelastung. Zudem können durch einen Kaminbrand oder Kohlenmonoxidvergiftung auch Personen gefährdet werden.

Das Kosten-Nutzen-Verhältnis rechtfertigt den vorgeschriebenen Turnus nachweisbar.

Was ist eine alkalische Reinigung?

Nach der mechanischen Reinigung weist der Wärmeerzeuger noch hartnäckige Verbrennungsrückstände auf. Durch das Einsprühen eines alkalischen Mittels (Lauge) werden die noch sauren und verkrusteten Rückstände gelöst. Durch diesen Prozess erreichen wir metallsaubere Heizflächen. Zugleich werden die Heizflächen neutralisiert.

Durch die blanken Heizflächen wird unsere Luft weniger belastet. Nehmen wir zum Beispiel im Diagramm. Bei einem Temperaturanstieg von 100°C (1,5 mm Ver-brennungsrückstände) steigt der Mehrverbrauch an Heizöl um ca. 6%. Bei einem Jahresheizölverbrauch von 3000 kg ergibt dies 180 kg Mehrverbrauch an Heizöl. Um diese 180 kg zu verbrennen, brauchen wir etwa 2600 m3 Luft mit ca. 550 m3 Sauerstoff enthaltend. (Ein Mensch verbraucht pro Tag ca. 15 m3 Luft).

Durch diese unnötige Verbrennung werden ca. 300 m3CO2 erzeugt, was die Klimaveränderung durch den sogenannten Treibhauseffekt negativ beeinflusst.

Bild: Verschmutzter Heizkessel vor der Reinigung

Neuzeitliche Anlage

Das Bild zeigt deutliche russ- und schwefelhaltige Rückstände auf.
Die Folge: Brennstoffmehrverbrauch durch Isolationseffekt und höhere Umweltbelastung.

Bild: Verschmutzter Heizkessel vor der Reinigung

Mechanische Reinigung

Der Russ und die Verbrennungsrückstände werden mechanisch entfernt.

Vorteil:

  • Je nach Verschmutzungsgrad relativ geringer Zeitaufwand und dadurch eine kostengünstige Reinigung.

Nachteil:

  • Die Heizfläche weist noch schwefelhaltige Verbrennungsrückstände auf; dadurch wird die Wirtschaftlichkeit reduziert und die Lebensdauer des Kessels eingeschränkt
  • Die Verkrustung nimmt weiterhin zu
  • Die Abgasverluste steigen

Bild: Verschmutzter Heizkessel vor der Reinigung

Alkalische Behandlung

Vorteile:

  • Schonende, metallsaubere Reinigung des Heizkessels
  • Konserviert die Anlagenteile
  • Optimale Wärmeübertragung
  • Hemmen von Korrosion durch Neutralisieren der sauren Heizflächen
  • Tieferer Energieverbrauch und geringerer Schadstoffausstoss
  • Aktiver Beitrag an die Umwelt

Bild: Verschmutzter Heizkessel vor der Reinigung

Konservierung des Wärmeerzeugers

Nach der alkalischen Behandlung des Heizkessels kann die Heizung mit einem umweltschonenden Konservierungsmittel behandelt werden. Diese Behandlung ist wichtig bei Heizungen (ohne Warmwasseraufbereitung), die im Sommer stillstehen.

Vorteil:

  • Längere Lebensdauer des Wärmeerzeugers
  • Schützt den Kessel während der Stillstandszeit
  • Geringere Krustenbildung

Was geschieht mit den Rückständen?

Die trockenen Rückstände dürfen dem Hauskehricht zugeführt werden. Die flüssigen Rückstände werden in den Kaminfegerbetrieben von anerkannten Entsorgungsfirmen abgeholt und fachgerecht entsorgt oder der Kaminfeger entsorgt die Rückstände über eine eigene, geprüfte Entsorgungsanlage im Betrieb.

Zusammenfassung

Mit einer alkalischen Reinigung erreichen Sie:

  • eine dem Stand der Heiztechnik entsprechende Heizkesselreinigung
  • eine optimale Energienutzung
  • eine lange Lebensdauer Ihrer Heizungsanlage
  • eine geringere Staubemission

Pflichten Anlageneigentümer / Anlagennutzer

Die Anlageneigentümer/-nutzer sind für die regelmässige bzw. turnusgemässe Reinigung der Feuerungsanlagen verantwortlich. Sie beauftragen dazu einen Kaminfeger, welcher über eine Bewilligung der Kantonalen Feuerpolizei zur Reinigung von Feuerungsanlagen verfügen muss.

Der Kaminfeger unterstützt den Anlageneigentümer/-nutzer dahingehend, in dem er auf die fällige Kontrolle / Reinigung seiner Feuerungsanlage hinweist und so dafür sorgt, dass der vorgeschriebene Turnus eingehalten wird.

Entsteht wegen fehlender Reinigung an Feuerungsanlagen ein Schaden, kann die Kantonale Gebäudeversicherung Regress nehmen.

 Pflichten Kaminfeger

Die Arbeiten sind durch den Kaminfeger mit Datum und Unterschrift im Gebäudekontrollheft einzutragen.

Schadhafte oder feuergefährliche Feuerungsanlagen sind durch den Kaminfeger im Gebäudekontrollheft zu vermerken und dem Anlageneigentümer/-nutzer zu melden. Bei grosser Gefahr oder wenn Mängel trotz wiederholter Aufforderung nicht behoben werden, ist durch den Kaminfeger der Gemeindefeuerpolizei Meldung zu erstatten.

Anlageneigentümer/-nutzer, die sich der vorschriftsgemässen Reinigung der Feuerungsanlagen widersetzen, sind durch den Kaminfeger der Gemeindefeuerpolizei zu melden.

Beschwerden über die Verrichtungen der Kaminfeger sind der Kantonalen Feuerpolizei einzureichen.

Kontrolle und Reinigung von Gasfeuerungen


Gasbefeuerte Aggregate sind jährlich einmal (raumluftunabhängige Aggregate alle 2 Jahre) durch den Kaminfeger zu kontrollieren (Ziffer 3.1.4 der Weisung „Reinigung von Feuerungsanlagen“); eine Reinigung ist nur vorzunehmen, sofern dies notwendig ist.

Die Kontrolle durch den Kaminfeger bezweckt eine sicherheitstechnische Überprüfung (Kontrolle/Überprüfung der gesamten Feuerungsanlage inklusive Abgasanlage auf ihre Betriebs-/Gebrauchsfähigkeit und Brandsicherheit). Er kontrolliert

  • den Verschmutzungsgrad (und reinigt - sofern nötig - die Feuerungsanlage);
  • die Korrosion;
  • das Flammenbild;
  • die Abzugsverhältnisse;
  • die Einhaltung der Brandschutzvorschriften (z. B. die Abstände zu brennbaren Materialien);
  • die Frischluftzufuhr, welche gemäss den Gasleitsätzen und den Richtlinien für den Bau und Betrieb von Gasfeuerungen des SVGW gewährleistet sein muss.


Für Feuerungsanlagen, bei denen zwecks einwandfreier Kontrolle und allfälliger Reinigung gasführende Teile demontiert werden müssen, ist ein konzessionierter Installateur oder ein Funktionär des Gaswerkes beizuziehen. Dies ist nicht notwendig, sofern der Kaminfeger für das Arbeiten an gasführenden Teilen eine entsprechende Ausbildung abgeschlossen hat.

Verschiedene Unfälle (auch mit Todesfolge) zeigen, dass solche Kontrollen nach wie vor notwendig und sinnvoll sind. Immer wieder kommt es vor, dass beispielsweise Abgasleitungen durch Fremdeinwirkungen von aussen verschliessen. Die Kontrolltätigkeit des Kaminfegers ist auch eine Dienstleistung im Interesse der Personen- und Brandsicherheit.

Die Kaminfegegeschäfte werden vom Kaminfegermeister-Verband des Kantons Zürich (KMV-ZH) angehalten, bei Gasfeuerungen den Rapport „Gasfeuerungs-Kontrolle bzw. Reinigung“ auszufüllen. Da

mit deklariert der Kaminfeger die ausgeführten Arbeiten und orientiert in dieser Form die Eigentümer.

Das nebenstehende Bild zeigt den Zustand einer Gaswandtherme. Solche Verschmutzungen bzw. Ablagerungen in Gasfeuerungen sind keine Seltenheit.

Als Folge davon ist mit Betriebsstörungen, einer Überbeanspruchung von Material, Abzugsproblemen und lufthygienischer Beeinträchtigung zu rechnen.

Die vorgeschriebene, turnusgemässe Kontrolle / Reinigung der Feuerungsanlagen durch den Kaminfeger schliessen diese Unregelmässigkeiten aus.

Bewilligung zur Reinigung von Feuerungsanlagen

im Kanton Zürich / Voraussetzung

Für die Ausführung von Reinigungsarbeiten an Feuerungsanlagen ist eine Bewilligung der Kantonalen Feuerpolizei (KFP) notwendig. Sie ist für das ganze Kantonsgebiet gültig. Die erteilten Bewilligungen werden periodisch im Amtsblatt des Kantons Zürich publiziert. Voraussetzung für die Bewilligung ist das Meisterdiplom des Schweizerischen Kaminfegermeister-Verbandes (SKMV).

Links: 

www.kaminfeger.ch

www.kaminfeger-zh.ch

www.gvz.ch/feuerpolizei/Kaminfegewesen/Kaminfegerliste/tabid/256/Default.aspx